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Epilepsiechirurgie (Neuronavigation)(OA Dr. Gabriele Wurm, Neurochirurgische Abteilung, O.Ö. Landesnervenklinik, Linz) Die Erkenntnis der Therapieresistenz einerseits und beträchtliche technische Errungenschaften andererseits haben dazu geführt, dass chirurgische Eingriffe bei Epilepsie in den letzten Jahren wieder einen beträchtlichen Aufschwung erlebt haben. Laut Hochrechnungen aus internationalen Vergleichszahlen gibt es allein in Österreich 6.000 Patienten, die von einer epilepsiechirurgischen Intervention profitieren würden, und jährlich kommen durchschnittlich noch etwa 170 neue Patienten dazu. Patienten, die nicht zufriedenstellend auf die medikamentöse Behandlung ansprechen, sollten an einem spezialisierten Epilepsiezentrum vorgestellt werden, wo durch Spezialuntersuchungen operativ behandelbare epileptische Syndrome abgegrenzt werden können. Diese diagnostischen Maßnahmen und die operativen Eingriffe sind mit einem erheblichen organisatorischen, personellen und technischen Aufwand verbunden. Abklärungsphase (Prächirurgische Diagnostik):In vielen Fällen reichen bildgebende Verfahren (Computertomographie, Kernspintomographie, Single-Photonen-Emissions-Computer-Tomographie, usw.) und Ableitung von Hirnströmen (EEG) von der Kopfhaut nicht aus, um den auslösenden Herd und seinen räumlichen Zusammenhang mit funktionell wichtigen Regionen (Bewegungszentrum, Sprachzentrum, Gedächtnisfunktion) festzustellen. Dann müssen in einer zweiten Abklärungsphase Elektroden mittels chirurgischer Eingriffe möglichst nahe an den vermuteten Anfallsgenerator (auslösenden Herd) im Gehirn herangebracht werden (invasive Abklärung). Die Gehirnströme werden von diesen unterhalb der harten Hirnhaut eingebrachten Elektroden dann am wachen Patienten meist über mehrere Tage im Video-EEG-Bett abgeleitet; dort werden die epileptischen Anfälle des Patienten gleichzeitig mittels Videokamera aufgezeichnet. Weiters kann mit Hilfe dieser eingebrachten Elektroden ausgetestet werden, ob ein geplanter neurochirurgischer Eingriff in diesem Hirnareal ohne Funktionsausfall durchgeführt werden kann. Ist durch diese präoperative Diagnostik der epileptogene Herd eindeutig lokalisierbar und der vorgesehene operative Eingriff ohne wesentliche Funktionseinbuße möglich, kann die Operation durchgeführt werden. Operationsmethoden:
Bei exakter Abklärung und Selektion der Patienten sowie genauer Auswahl des geeigneten Operationsverfahrens kann Anfallsfreiheit in bis zu 70 % und in fast allen anderen Fällen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität durch Verringerung der Anfallsfrequenz und Stärke der Anfälle erzielt werden. Je früher die Intervention erfolgt, desto besser sind die Chancen des Patienten auf berufliche und soziale Integration bzw. Reintegration. Zu bedenken sind bei dieser chronischen Erkrankung auch die Nachteile durch jahrelange hochdosierte Medikation und Folgen immer wiederkehrender Anfälle auf das Gehirn, besonders im Kindes- und Jugendalter. Das bedeutet, dass epilepsiechirurgische Eingriffe bei den geeigneten Patienten möglichst frühzeitig durchgeführt werden sollten, sodass die negativen Folgen wie soziale Stigmatisierung und Isolation oder Arbeitslosigkeit hintangehalten werden. |
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