Gesundheit mit System

Servicemenü:
LKHLogo LNK Wagner Jauregg Linz

 

Psychiatrie 4/Forensische Psychiatrie

Therapiekonzept

Das Behandlungsziel ist durch den Gesetzgeber klar definiert: durch die Behandlung soll das Rückfallrisiko soweit reduziert werden, dass von den Patienten keine neuen Straftaten mehr zu erwarten sind.

Unsere Patienten leiden meist nicht nur an einer (oft schon lange bestehenden und bei unzureichender Krankheitseinsicht nicht ausreichend behandelten) psychischen Erkrankung, sondern weisen darüber hinaus oft auch einen problematischen Suchtmittelgebrauch auf bzw. haben beträchtliche Defizite in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Daraus leitet sich ab, dass eine erfolgreiche Therapie nicht nur auf die Behandlung der psychiatrischen Erkrankung im engeren Sinn beschränkt bleiben kann, sondern auch  die anderen Problembereiche (Substanzmissbrauch, Sozialisationsdefizite, Empathiemangel, antisoziale Einstellungen) bearbeitet werden müssen.

Formal gliedert sich die Therapie in vier Bereiche:


Aufnahme

Zuerst kommt jeder Patient auf die Aufnahmestation, die sich durch einen höheren Sicherheitsstandard auszeichnet.
Dort erfolgt eine umfangreiche diagnostische Abklärung, die die Anamneseerstellung, Einholung einer Außenanamnese, Einholung aller deliktspezifischen Informationen, psychologische Testung, psychiatrische, neurologische (auch apparative) und allgemeinmedizinische Diagnostik umfasst.

Auf Basis der erhobenen Befunde wird dann im Behandlungsteam ein Gesamtbehandlungskonzept erstellt, das die Defizite, aber auch speziellen Fähigkeiten des Patienten berücksichtigt und auf die individuelle Problematik zugeschnitten ist.


Behandlung

Nach Einleitung der Behandlung mit Beginn der Einzelgesprächstherapie, Gruppentherapie, Ergotherapie und Optimierung der medikamentösen Einstellung wird der Patient auf die Behandlungsstation verlegt.

Ein wesentlicher Behandlungsaspekt ist die Basistherapie, die sich durch das Zusammenleben mit anderen Patienten im Rahmen der therapeutischen Stationsmilieus, der Sozialtherapie, dem Training lebenspraktischer Fähigkeiten und dem Erlernen einer Tagesstrukturierung ergibt.

Im Behandlungsteam finden regelmäßige Sitzungen zur Evaluierung des Therapiefortschritts statt, wo auch Korrekturen des Behandlungskonzepts vorgenommen werden und alle Facetten des Patientenverhaltens in den unterschiedlichen Bereichen  besprochen werden.


Entlassungsvorbereitung

Nach sorgfältiger Prüfung des Behandlungsfortschritts und bei ausreichender Paktfähigkeit des Patienten beginnt die Außenorientierung mit vorerst begleiteten, dann auch unbegleiteten Ausgängen im Klinikgelände, gefolgt von begleiteten und späterhin auch unbegleiteten  Ausgängen außer Haus.

Durch die dabei vom Patienten selbst und auch vom Behandlungsteam gewonnenen Erfahrungen werden gelegentlich noch Schwachstellen der bisherigen Behandlung evident, die dann wieder als Grundlage der weiteren Therapieplanung dienen.

Bei zufrieden stellendem Verlauf erfolgt in Abstimmung mit „Neuland Asten“ die erste Unterbrechung der Unterbringung, die bis zu vierzehn Tagen dauern kann und sowohl dem Patienten selbst als auch dem Behandlungsteam wertvolle Informationen über die Fähigkeiten zu einem Leben mit größerer Eigenverantwortung außerhalb des  eng strukturierten Stationsmilieus liefert.

Gelingt der Übergang in die vermehrte Außenorientierung, kann anlässlich der jährlichen Überprüfung durch das Gericht oder auf Antrag des Patienten je nach Ergebnis der Begutachtung unter Erteilung entsprechender Weisungen eine bedingte Entlassung erfolgen.


Nachbehandlung

Die unabdingbare Nachbehandlung wird einerseits durch die weitere betreute  Wohnmöglichkeit in „Neuland Asten“, andererseits durch die fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung  in der Forensischen Ambulanz OÖ in Linz gewährleistet.