Psychiatrie 4/Forensische Psychiatrie
Klinische Sozialarbeit
Die Klinische Sozialarbeit in der Forensik ist eine Schnittstelle nach „draußen“. Die Erhebung der bisherigen Lebensumstände gibt Einblick in das soziale Umfeld, die finanzielle Situation, die Fähigkeiten und Defizite des Patienten.
Dies erfolgt durch Kontakte mit Angehörigen, Sachwaltern, Betreuern und in Gesprächen mit dem Betroffenen.
Häufig kommen Patienten aus sehr belastenden Lebenssituationen, die eine Klärung erfordern (Verlust von Arbeit und Wohnung, Verschuldung, kein gesichertes Einkommen, unklares Aufenthaltsrecht bei ausländischen Staatsbürgern,…).
Die SozialarbeiterInnen unterstützen, beraten und betreuen die Patienten im Umgang mit Ämtern, Behörden und Sozialversicherungen und versuchen eine stabile materielle Grundsicherung zu erreichen.
Rechtliche Beratung für Patienten und Angehörige hinsichtlich der Abläufe im Maßnahmenvollzug sind wesentliche Aspekte der Tätigkeit.
In Abstimmung mit dem therapeutischen Team wird mit dem Patienten an der Entwicklung von Zukunftsperspektiven und realistischen Zielen gearbeitet.
Kontakte zu Wohn- und Betreuungseinrichtungen werden hergestellt, Anmeldungen und Vorstellungen in Wohneinrichtungen gemacht, Termine koordiniert.
Die Vermittlungstätigkeit ist gerade in diesem Bereich äußerst schwierig, weil die weitere Anhaltung oder Entlassung aus dem Maßnahmenvollzug durch das Gericht beschlossen wird und kurzfristig frei werdende Wohnplätze in psychiatrisch betreuten Nachsorgeeinrichtungen oder Pflegeheimen speziell für diese Patientengruppe meist nicht zur Verfügung stehen.
Entlastung gibt es hier erst seit 2005 durch ein eigens durch das BM für Justiz finanziertes Übergangswohnprojekt.