Psychosomatische Ambulanz

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Psychosomatische Ambulanz
Die aktuelle psychosomatische Ambulanz ist aus der ehemaligen „Vorschaltambulanz“ der Psychosomatischen Abteilung hervorgegangen. In der „Vorschaltambulanz“ fanden die Vorgespräche im Bezug auf die stationäre/teilstationäre Behandlung statt.
Im Rahmen dieser Vorgespräche haben wir Patienten und Patientinnen mit behandlungsbedürftigen psychosomatischen Erkrankungen kennen gelernt, die sich aus verschiedenen relevanten Gründen nicht in eine stationäre/teilstationäre Behandlung begeben wollten:
- Umfeldbedingungen, die eine 8-wöchige Abwesenheit nicht erlaubten (Kinderbetreuung, Aufgaben als pflegende Angehörige, Erfordernisse seitens des Arbeitsplatzes, etc.)
- Offene Fragen rund um den Themenkreis Motivation, z.B. Ängste, die die Behandlung betreffen, keine ausreichende Einsicht in ein bio-psycho-soziales Krankheitsverständnis, Scham im Bezug auf die Behandlung, etc.
- Trotz behandlungsbedürftiger Krankheitssymptomatik bestanden ausreichend gesunde Anteile im Umgang mit den Alltagsanforderungen, d.h. das Ausmaß der krankheitsbedingten Einschränkungen in den verschiedenen Funktionsbereichen (Familie, Arbeit, soziales Leben) war noch nicht zu weit fortgeschritten.
D.h., es gab verschiedene Gruppen von Patienten und Patientinnen, deren Behandlungsbedarf zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit uns nicht durch ein stationäres/teilstationäres Angebot gedeckt werden konnte bzw. es bestand ein ambulanter, an die individuellen Gegebenheiten angepasster Behandlungsbedarf.
Allgemeines Behandlungskonzept
Wir behandeln Patienten und Patientinnen ab 18 Jahren, die an folgenden Störungen leiden:
- Essstörungen (ICD-10 F50.0 - F50.9)
- Somatoforme Störungen (ICD-10 F45.0 – F45.9)
- Dissoziative Störungen (ICD-10 F 44.4 – F 44.7)
- Erschöpfungssyndrome ( ICD-10 F48.0)
- Psychosoziale Problematik bei schweren körperlichen Erkrankungen (ICD-10 F43.0 – F43.9, F54)
Wir bieten keine fortlaufende Behandlung an:
- wenn der Schweregrad der Symptomatik eine stationäre/teilstationäre psychosomatische Behandlung dringend erfordert (z.B. bei anorektische Patienten und Patientinnen mit niedrigen BMI-Werten)
- wenn der Schweregrad einer Symptomatik eine stationäre Behandlung auf einer somatischen oder psychiatrischen Abteilung erfordert (z.B. schwere depressive Episoden, etc.)
- wenn eine behandlungsbedürftige Suchterkrankung vorliegt
Aufgaben der Psychosomatischen Ambulanz:
- Psychiatrische und psychosomatische Diagnostik
- Abschätzung der bisherigen somatischen Diagnostik und Behandlung, ggf. Empfehlung zu weiteren Maßnahmen
- Erstellung eines Behandlungsplans auf der Basis eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells gemeinsam mit dem Patienten/der Patientin
- Psychoedukation im Hinblick auf Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten
- Motivationsgespräche auf der Basis eines ganzheitlichen Krankheitsmodells
- Interdisziplinäre Weiterbehandlung im Rahmen der Psychosomatischen Ambulanz (Erlernen von Entspannungsverfahren, Kreativtherapie, Musiktherapie, Sportwissenschaftliche Beratung/Gesundheitssport bei passender Indikation
- Vorbereitung auf die tagesklinische Behandlung (Angebot während der Wartezeiten auf den Therapiebeginn)
- Nachbehandlung nach Beendigung der tagesklinischen Behandlung (Abschließen von Therapieprozessen, Begleitung in der Übergangsphase bis zum Beginn von geplanten Therapiemaßnahmen im niedergelassenen Bereich)
- Ambulantes, störungsspezifisches Angebot für Patienten und Patientinnen mit Essstörungen
Ziele:
Seitens der Behandler/Behandlerinnen:
- Eingrenzen jener Gruppen von Patienten/Patientinnen, die von einer spezifischen (ambulanten/ teilstationären/ stationären) psychosomatischen Behandlung profitieren können
- Besprechung einer möglichen weiteren Vorgangsweise mit allen zugewiesenen Patienten/Patientinnen
- Gemeinsame Erstellung eines Behandlungsplans
- Förderung der Motivation im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells
- Angebot einer psychosomatischen Behandlung, d.h. einer interdisziplinären Behandlung, wobei sich der Behandlungsprozess individuell an den Zielen der Patienten/Patientinnen orientiert
Kein Ziel der Behandlung ist es, fortlaufende psychotherapeutische Gespräche zur Verfügung zu stellen. Wenn Bedarf für eine fortlaufende Psychotherapie besteht, überweisen wir in den niedergelassenen Bereich (z.B. Essstörungsnetzwerk)
Seitens der Patienten/Patientinnen:
- Kennenlernen neuer Möglichkeiten im Umgang mit körperlichen Beschwerden
- Neue Möglichkeiten im Umgang mit Anspannung und Entspannung erlernen
- Wahrnehmung der eigenen Grenzen verbessern
- „Nein-Sagen“ lernen, d.h. sich auch anderen gegenüber für die eigenen Bedürfnisse einsetzen zu lernen
- Erweiterung der Aktivitäten in den verschiedenen Funktionsbereichen (Familie, Arbeit, soziales Netz), verbunden mit dem Ablegen einer pathologischen Schonhaltung
- Schritte zu setzen in Richtung eines positiven sinnerfüllten Lebens trotz chronischer Beschwerden
Behandlungsmethoden:
Das Besondere unseres Angebots ist das gleichzeitige zur Verfügung Stellen von verbalen und nonverbalen Therapiemethoden, wobei diese Angebote einzeln oder in Gruppen erfolgen können und eine Absprache unter den Therapeuten/Therapeutinnen voraussetzen. Dazu gehören im Bedarfsfall auch Absprachen mit Therapeuten/Therapeutinnen aus dem niedergelassenen Bereich.
Behandlungsangebote und Zugangsweg
Die Behandlungsangebote werden durch verschiedene Berufsgruppen zur Verfügung gestellt:
- Ärzte/Ärztinnen
- Pflegepersonal
- Vertreter/Vertreterinnen aus Ergotherapie, Musiktherapie, Physiotherapie, Psychologie und Sporttherapie

Zugangsweg:
Nach einer telefonischen Anmeldung kommen PatientInnen zu einem Erstgespräch, das von einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie oder einem Klinischen Psychologen und Psychotherapeuten angeboten wird.
Dieses Gespräch dient der diagnostischen Abklärung, Klärung der Motivationslage, Information über Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten und Planung weiterer Schritte entsprechend dem Schweregrad der Symptomatik, Motivationslage und Umfeldbedingungen des Patienten/der Patientin.
Die Ergebnisse dieses Gesprächs werden dokumentiert und schriftlich an die ärztlichen Zuweiser/Zuweiserinnen übermittelt.
Ambulante Essstörungsgruppe
Seit 2007 wird in Kooperation mit dem Institut für Psychotherapie eine ambulante Essstörungsgruppe für Patientinnen mit Bulimie und Anorexie angeboten. Dieses Angebot versteht sich als zusätzliches Angebot zu einer Einzelpsychotherapie, die im außerstationären Bereich erfolgen soll und besteht aus einer körpertherapeutischen Gruppe und einer psychotherapeutischen Gruppe, einmalig erfolgt auch eine Ernährungsberatung .
Die ambulante Essstörungsgruppe wird als geschlossene Gruppe geführt mit ca. 6-8 Teilnehmerinnen und wöchentlichen Terminen.
Ziele der ambulanten Behandlung sind eine Stabilisierung des Gewichts und Normalisierung des Essverhaltens, eine Verbesserung der Körperwahrnehmung und Akzeptanz sowie eine Bearbeitung der zugrunde liegenden Konflikte.
OA Dr. Sonnleitner-Hofer Johanna
DW: 29409
johanna.sonnleitner-hofer@gespag.at
Vorgespräch nach telefonischer Vereinbarung über Sekretariat DW: 30401
Ausdrucksmalen - ambulantes Angebot der Ergotherapie

Wo Worte fehlen, kann die Arbeit am Bild neue Zugänge eröffnen.
Beim Ausdrucksmalen geht es darum, unseren inneren Bildern Ausdruck zu geben, sie zu entdecken, mit ihnen und letztendlich mit uns in Kontakt zu kommen.
Über den Malprozess können sich neue Lösungswege ergeben.
Malkenntnisse sind nicht erforderlich.
Beim Ausdrucksmalen kann es um
Wahrnehmung, Vertrauen, Konzentration, Entspannung, Distanzierung, Spielraumerweiterung, ein Ventil finden, Flexibilität, neue Möglichkeiten entdecken, Neugierde, die eigene Individualität, um Träume und Lebensthemen gehen.
Ergotherapie
Christine König
Vorraussetzung ärztlich oder psychologisches Vorgespräch,
Terminvereinbarung DW: 39401
Plastisch-therapeutisches Arbeiten mit Ton
Ton als gestalterisches Medium kann geschlagen, gemischt, geknetet, gestreichelt, auseinander gerissen und wieder zusammengefügt werden. Ton reagiert und verändert sich.
Das Arbeiten mit Ton lässt somit einen spielerisch-experimentellen Zugang zur Auseinandersetzung mit den eigenen Symptomen, Gefühlen und Verhaltensweisen im Hier und Jetzt zu.
Der Prozess des Gestaltens, die Möglichkeit Unbewusstes spürbar und somit bearbeitbar zu machen, steht dabei im Vordergrund.
Dieses ergotherapeutische Angebot richtet sich an Patienten, die an der Psychosomatischen Tagesklinik aufgenommen waren und das Gestalten mit Ton nach der Entlassung im ambulanten Setting weiterführen wollen.
Ergotherapie
Pohlert Susanne
Behandlung nur nach abgeschlossenem tagesklinischen Aufenthalt möglich.
ADL-Training (activities of daily living) „ALLTAGSBLICKE“
Das Angebot Alltagsblicke versteht sich als Unterstützung und Begleitung in praktischen Bereichen des täglichen Lebens (wie z.B. Freizeitgestaltung, Tagesstrukturierung, Selbstversorgung):
- im Prozess der Bedürfnisbildung
- der Energiemobilisierung
- der Durchführung der Aktivität und
- in der Phase des Nacherlebens und Integrierens
Dieses ergotherapeutische Angebot richtet sich an Patienten, die an der Psychosomatischen Tagesklinik aufgenommen waren und nach der Entlassung das Therapieangebot Alltagsblicke im ambulanten Setting weiterführen wollen.
Ergotherapie
Pohlert Susanne
Vorraussetzung ärztlich oder psychologisches Vorgespräch,
Terminvereinbarung DW: 39401
Physiotherapie
Ein spezialisiertes physiotherapeutisches, prozessorientiertes Verfahren zur Behandlung des Menschen in seiner Gesamtheit von Körper, Geist und Seele ist die Leibtherapie.
Sie ermöglicht im therapeutischen Rahmen individuelles Erfahren von Struktur, Halt, Balance, Ruhe, Selbstwirksamkeit und Leibbewusstheit durch die konkrete Auseinandersetzung mit dem Körper.
Wir definieren Leib als den beseelten Körper und die damit verbundene individuelle Daseinsform des Menschen.
Haltungs- Spannungs- und Bewegungsmuster können bemerkt und erkannt werden.
Die Einstellung zum eigenen Leib, das Wahrnehmen der physischen Identität mit seinen Grenzen, das Erleben von Bewegung und körperlichem Ausdruck, das Wechselspiel von leiblicher Befindlichkeit und Umwelt werden erfahrbar –
dies bewirkt Bewusstheit für Wahlmöglichkeiten im Umgang mit dem eigenen Leib.
Josef Humpl
josef.humpl@gespag.at
Behandlung nur nach abgeschlossenem tagesklinischen Aufenthalt möglich
Musiktherapie
Musiktherapie fördert den Zugang zu kreativen Anteilen und Ausdrucksmöglichkeiten.
Im Zentrum steht entweder das freie Spiel auf leicht spielbaren Instrumenten oder das Hören und Erleben einer bestimmten Musik.
Dabei werden häufig innere (oft versteckte) Emotionen deutlicher, die es uns ermöglichen, neue Verbindungen zwischen Körper und seelischen Prozessen zu schaffen.
Ziele:
- Ausdruck von Gefühlen über Improvisationen mit Klängen und Rhythmen
- Wahrnehmen von Konflikten, Ambivalenzen
- Zugang zu unbewusstem Erleben und Anteilen
- Förderung kreativer Ressourcen, Alternativen zu gewohnten Mustern
Peter Habringer
peter.habringer@gespag.at
Vorraussetzung ärztlich oder psychologisches Vorgespräch,
Terminvereinbarung DW: 39401
Pflege:
Ambulante Vorbereitungsgruppe für Tagesklinik-Therapie:
- ein verbindliches Angebot für die Patientinnen/Patienten, bis zur Aufnahme in der TKL, zur Auswahl stehen zwei Termine von je 5/4-Stunden
Entspannung für ambulante Patientinnen/Patienten:
Auf Basis der ressourcenorientierten Beziehungspflege werden mit den Patientinnen/Patienten Informationen über Krankheitsvorbeugung und Anwendung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, sowie psychosoziale Betreuung mit den unten angeführten Interventionen
- Überprüfung der Motivation, des Psychosomatischen Verständnisses und der sprachlichen Verständigung.
- Auseinandersetzung mit dem Thema Entspannung, Zielformulierung, Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Ressourcen,
- Beratung und Anleitung in Entspannung als Meditation und in Bewegung, Aktivierung, Stärkung, Kräftigung, Ausgleich (geistig-seelisch-körperlich).
Sr. Mitterlehner Burgi
psychosomatikAmb.wj@gespag.at
Vorraussetzung ärztlich oder psychologisches Vorgespräch,
Terminvereinbarung DW: 39401
Die Klinisch-psychologische Diagostik und Behandlung umfasst drei Arten von Leistungen:
- Erstgespräche zur Abklärung der Eignung für die psychosomatische Tagesklinik (ohne Testuntersuchungen)
- In Einzelfällen einige Gespräche zur weiteren Klärung (jedoch keine Psychotherapie im engeren Sinn)
- Schmerzbewältigungsgruppe für Patientinnen und Patienten, die bereits die tagesklinische Behandlung absolviert haben
Dr. Hans Morschitzky
Email: johann.morschitzky@gespag.at
DW:39465
Sportwissenschaftliche Beratung/Gesundheitssport
Bewegung stellt einen grundlegenden und zentralen Bestandteil der Gesundheit und des menschlichen Lebens dar.
Die Sportwissenschaftliche Beratung/Gesundheitssport ist eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert, regeneriert, Sekundärschäden vorbeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert.
Wie arbeiten nach neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und integrieren verschiedene körper- und bewegungstherapeutische Methoden.
- Klassische trainingswissenschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung der körperlichen Grundfunktionen (Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit; Koordination und Gleichgewicht; Stoffwechseltätigkeit)
- Körperwahrnehmungstherapie zur Verbesserung der Beziehung zum Körper und des Umgangs mit sich selbst (Focusing; Yoga; Bioenergetik; Achtsamkeits- und Atemtraining)
Mag. Ulrike Trauner
DW 37160
ulrike.trauner@gespag.at
Vorraussetzung ärztlich oder psychologisches Vorgespräch.