Neurologische Labors

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Labors

Autonomes Labor
Verantwortlicher Arzt: Dr. Raffi Topakian und FA Dr. Georg Hinterberger
Bewegungs- und Ganganalyselabor
Verantwortliche Oberärztin: Dr. Iuliana Rotaru
Eine Besonderheit der Abteilung für Neurologie ist das Bewegunsanalyselabor, das zur Erfassung neurologisch bedingter Bewegungsstörungen aufgebaut wurde.
Hier können alle Erscheinungsformen von Bewegungsstörungen analysiert werden, wie beispielsweise Tremor, Störungen des Gangmusters und Störungen des Gleichgewichts.
Weiters können Untersuchungen der Muskulatur (Oberflächen EMG) und der Wirbelsäule sowie unterschiedliche Tests für die Hand- und Armfunktion durchgeführt werden.
Ziel der Bewegungsanalyse ist einerseits die unterschiedlichen Erkrankungen des Nervensystems zu objektivieren und besser zu differenzieren um daraus eine effektive Therapie ableiten zu können.
Andererseits wird eine objektiv-prospektive Verlaufskontrolle von Erkrankungen sichergestellt und dokumentiert.
Messapparatur:
3D Bewegungsanalyse / System Simi:
Der gesamte Körper wird mit leichten reflektierenden Gelenksmarker beklebt (Kopf, Oberer Extremität, Wirbelsäule, Oberkörper, Untere Extremität). Über 4 Videokameras (Raumkalibrierung) werden die Bewegungen (z.b. Freies Gehen) synchron aufgezeichnet und ein Srichfigur-Modell erarbeitet. Anschließend werden drei dimensionale kinematische Bewegungsmerkmale (Gelenkswinkel, Körperschwerpunkt, Beschleunigungen, …) aus dem Strich-Modell berechnet.
Video
3D Bewegungsanalyse / System Zebris-Untere Extremität
An definierten Punkten der Beine werden Ultraschallmarker angebracht und über spezielle Mikrofone empfangen. Über Echtzeitmessungen (online) werden aus den Signalen im Computer Gelenksbewegungen von Becken, Hüfte, Knie Sprunggelenke berechnet und dargestellt. Die Analyse findet am Laufband statt.
Video
3D Bewegungsanalyse / System Zebris-Obere Extremität
Ultraschallmarker (wie Zebris-Untere Extremität) werden an definierten Arm- und Handpositionen angebracht. Mittels vorgegebener Testbewegungen werden Analysen der motorischen Fertigkeiten der Hand- und Armfunktion (Geschwindigkeit, Amplitude, Frequenz,…) durchgeführt.
Video
3D Bewegungsanalyse / System Zebris-Wirbelsäule
Überprüfung der Form sowie der Haltungs- und Bewegungsfunktion der Wirbelsäule, des Beckens und des Schulergürtels. Anhand definierter Kennpunkte der Wirbelsäule-Becken-Schulterregion werden 3-Dimensionale Ansichten dargestellt und daraus Berechnungen durchgeführt.

Gleichgewichtsanalyse / Kraftmessplatte System Addon
Unter 4 Standbedingungen wird das Ausmaß der Körperschwankung und die Lage des Körperschwerpunktes über eine bestimmte Zeitdauer aufgezeichnet („Körperschwankungslinie“). Anschließend wird das Standvermögen (posturale Stabilität) bzw. die Haltungsstabilität beurteilt.
Video
Tremoranalyse / System Fa. Neurodata
Mittels Beschleunigungssensoren werden kleinste Zitterbewegungen (zb. Hände oder Füße) aufgezeichnet. Die gängigste Methode ist die Messung der Hände unter Ruhebedingung und Haltebedingung. Auch Zittern bei Zielbewegungen (Finger Naseversuch) werden analysiert. Die aufgezeichneten Signale werden in spezifische Frequenzbänder zerlegt und beurteilt.

Video
Oberflächen Elektromyographie (O-EMG) / System Noraxon
An oberflächlichen Muskeln werden Hautelektroden angeklebt. Durch die Bewegung (zb. Gehen) wird das elektrische Signal dieser Muskeln über die aufgeklebten Elektroden abgeleitet. Es können bis zu 16 Muskeln synchron aufgezeichnet werden.
Anhand der gewonnen Signaldaten kann z.B. die Aktivität der Muskeln beurteilt werden.
Video
Mobile Druckmessung Pedographie / System Novel
Dünne schuhgrößengerechte Messsohlen werden an den Fußsohlen platziert und mit einer Datenbox verkabelt. Durch Druckeinwirkung auf die Messohlen (freies Gehen) werden Kraft/Zeitparameter aufgezeichnet. Anschließend wird die Druckverteilung, Druckspitzen, Kraftkurven,… berechnet.
Video
EEG-Labor

Verantwortlicher Oberarzt: Dr. Martin Hamberger
Die Elektroenzephalographie (EEG) ist eine Methode der medizinischen Diagnostik zur Messung der summierten elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche.
Das EEG ist die graphische Darstellung dieser Schwankungen.
EMG/ENG-Labor

Verantwortlicher Oberarzt: Dr. Karl Stieglbauer
Bei der Durchführung eines EMGs wird die elektrische Aktivität im ruhenden Muskel (Spontan-Aktivität) und bei unterschiedlich stark willkürlich kontrahiertem Muskel (Muskel-Aktionspotentiale) gemessen.
In der medizinischen Elektrodiagnostik lassen sich durch das EMG Aussagen über Krankheiten der Nerven- und Muskelzellen machen.
Die Elektroneurographie (ENG) wird zur Untersuchung der Funktion von Nerven eingesetzt, die ausreichend oberflächennah verlaufen, um sie sowohl elektrisch reizen zu können als auch das Antwortpotential ableiten zu können. Dies ist überwiegend für die Nerven im Bereich der Extremitäten gegeben.
Die Untersuchung ist vorwiegend indiziert, um Schädigungen einzelner Nerven (z. B. durch Verletzungen im Rahmen eines Unfalls) oder allgemeine Nervenschädigungen (Polyneuropathie) zu untersuchen.
Evozierte Potentiale-Labor
Verantwortliche Oberärztin: Dr. Joana Ciovica
Evozierte Potentiale (EVO) stellen eine neurologische Untersuchungsmethode dar, mit deren Hilfe die Leitfähigkeit und damit die Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen getestet werden kann. (Das Prinzip beruht auf einer Reizung eines Sinnesorgans oder peripheren Nervs und der Beobachtung des dadurch ausgelösten elektrischen Potentials in verarbeitenden Regionen des Zentralnervensystems.)
Beispiele für evozierte Potenziale:
VEP - visuell evozierte Potenziale
ermöglichen eine Beurteilung des Sehnervs und der Sehbahn
AEP - akustisch evozierte Potenziale
ermöglichen eine Beurteilung der zentralen akustischen Bahn im Hirnstamm un des Hörnervs.
SEP - somatisch evozierte Potenziale, auch SSEP - somatosensible evozierte Potenziale
ermöglichen eine Beurteilung der zentralen somatosensiblen Leitungsbahn und peripherer, sensibler Nerven.
MEP - motorisch evozierte Potenziale
ermöglichen eine Beurteilung des Funktionszustandes der Nervenbahn von der primär motorischen Hirnrinde zu den Motoneuronen und weiter zu den motorischen Nerven im Muskel. Die Untersuchungsmethode wird u. a. eingesetzt zur Diagnostik der Multiplen Sklerose.
Neurosonologisches Labor

Verantwortlicher Oberarzt: Univ.-Doz. Dr. Hans-Peter Haring
Ultraschalldiagnostik der extra- und intrakraniellen Hirngefäße mittels Duplex, CW-Doppler und transkraniellen Doppler. Untersuchungen werden durchgeführt an stationären sowie ambulanten Patienten im Rahmen der Gefäßambulanz (siehe dort), weiters können Patienten auch direkt ambulant an das Labor von niedergelassenen Fachärzten, praktischen Ärzten und anderen Krankenhäusern zugewiesen werden.
Untersuchungsmethode
Mit Hilfe einer Ultraschallsonde werden die hirnversorgenden Gefäße im Bereich des Halses („Halsschlagader") bis zum Eintritt in den Schädel untersucht, wobei diese Untersuchung völlig schmerz- und gefahrlos ist, jederzeit ohne Belastung für den Patienten wiederholt werden kann.
Bei der transkraniellen Doppler-Untersuchung ist es möglich durch eine dünne Stelle im Bereich des Schläfenknochens die Sonde anzulegen und damit die Gefäße innerhalb des Schädels, d.h. vornämlich an der Schädelbasis, zu untersuchen.
Indikationen
Untersucht werden stationäre Patienten mit manifesten Schlaganfällen, insbesondere aber auch jene die ein sogenanntes „Schlagerl" erlitten haben, d.h. eine bis zu 24 Stunden andauernde Symptomatik die sich wieder völlig zurückgebildet hat und als deren Ursache man eine Einengung der Halsschlagader finden kann.
Die Methode eignet sich gut als Screening-Methode für Patienten mit erhöhtem Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, d.h. bei Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhten Blutfetten, Nikotin-Abusus, bei familiärer Belastung mit Schlaganfällen oder Arteriosklerose generell.
Schlaflabor

Verantwortlicher Oberarzt: Dr. Andreas Kaindlstorfer
Das Schlaflabor an der neurologischen Abteilung der Landes-Nervenklinik Wagner -
Jauregg umfasst zur Zeit zwei Betten, wo die Möglichkeit zur sogenannten Polysomnographie besteht.
Bei der Polysomnographie erfolgt die gleichzeitige Registrierung verschiedener körperlicher Signale , z .B. Schnarchen, Beinbewegungen, Puls, Atmung, … während der Nacht.
Zu diesem Zweck werden den PatientInnen am Abend Kabel angelegt, welche die nächtliche Registrierung erlauben.
Am nächsten Tag erfolgt die Auswertung des Ergebnisses und wird gemeinsam mit dem Arzt besprochen.
Die Aufnahme der PatientInnen erfolgt zumeist Montag oder Mittwoch jeweils am Vormittag für zwei Nächte, die Entlassung dementsprechend Mittwoch oder Freitag.
Mit Sommer 2008 wird das Kontingent auf vier Betten erhöht, um der zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden.
Neben der Polysomnographie werden auch Untersuchungen zur Klärung bei erhöhter Tagesmüdigkeit durchgeführt.